mit dem erwachsen sein ist das immer so eine sache, man will es nicht, man tut es trozdem. man möchte ja im geiste schön jung bleiben und so wie so weiß man ja eigentlich nie was erwachsen sein überhaupt so ausmacht. wärend der pubatät war das alles noch ziemlich einfach, man war weder fisch noch fleisch, es war ok, wenn man nicht wusste wie man sich verhalten sollte, wenn man sich benahm wie ein kind aber behandelte werden wollte wie ein erwachsener wurde das verstanden. man musste keine wichtigen entscheidungen treffen und wenn man einmal mist gebaut hatte lies sich das mit einem schüchternen lächeln oder mit mamis hilfe ganz einfach wieder aus der welt schaffen. nun ist es aber so, dass irgendwann zwangsläufig der punkt erreicht ist an dem man sein leben selbt in die hand nehmen muss und für das grade zu stehen hat was man macht, bzw nicht macht. wobei zweiteres wohl mehr gewichtung hat.
dass ich erwachsen bin wusste ich ja schon etwas länger, auch wenn mir das bis heute keiner abnimmt. allerdings ist mir der umfang des erwachsen seins erst vor kurzem richtig klar geworden. nach dem man also die automatismen abgelegt hat und anfängt so richtig über das nach zu denken was man da eigentlich tut fällt einem doch so einiges auf.
mit dem auszug in die weite welt und vielleicht auch schon mit dem erreichen des achtzehnten lebensjahres, ich weiß nicht genau was der ausschlaggebende punkt ist, bei mir fiel beides so ziemlich in die selbe zeit, hört zum beispiel schlagartig der geschenkeregen zu weihnachten und geburtstag auf, verwandte und bekannte begnügen sich, zumindest teilweise mit einem kurzen anruf oder einer karte. dieses jahr hatte ich aus der familie genau 2 anrufe, wobei mir der eine auch noch mein nahendes ergrauen vorhalten musste. hach ja … sie werden so schnell erwachsen. die zeiten wo klein panda noch munter auf onkel klausis schoß einen schiss in die buxe gedrückt hat sind zum glück lange vorbei und mit nun mehr einundzwanzig jahren ist man ja nun auch vollwertig volljähriges mitglied der erwachsenenwelt auf der ganzen welt. da kommt man als ü30 und mehr schon mal ins schwelgen, die wilden jahre wo man noch jeden abend in der junggesellenwohnung partys gefeiert, vielleicht sogar gegen das system revoltiert und mit einer backe schlafend in der uni gesessen hat, nur augen für autos und frauen, wahlweise auch männer, aber die frauen derer tage waren da wohl etwas wohlerzogener. lange rede kurzer sinn heute ist alles anders, zumindest bei mir. die zeiten in denen man sich noch jeden abend in der disco verausgabt hat sind lange vorbei, am wochenende muss man sich schließlich von einer vierzig stunden woche erholen, lange schlafen, bücher lesen, die seit monaten liegen geblieben sind oder einen schaal sticken. denn wärend der woche hat man für so etwas keine zeit mehr. ich für meinen teil habe mich früher immer gefragt warum meine mutter sich nicht jeden tag mit ihren freunden getroffen hat, so wie ich, denn freunde sind vorhanden und sehen will man sie auch, nur kommen tut man nicht mehr dazu. mittlerweile muss auch ich mir die zeit nehmen um mal mit einer freundin oder einem freund in die stadt zu fahren, etwas essen zu gehen oder einfach nur zu quatschen, sonst sieht man diese nun mal nur noch an offiziellen anlässen wie geburtstagsfeiern oder anderen volkstrauertagen. bis jetzt habe ich mich viel zu oft darüber aufgeregt das keiner zeit für mich hat, aber wenn man mal die augen auf macht sieht man deutlich, dass es einem genau so geht. es ist nicht sonderlich toll jeden tag zuhause zu verbringen und eigentlich will man ja auch mal wieder raus, aber nach acht stunden arbeit, nach hause zuckeln, erledigungen machen, einkaufen, kochen, essen, papierkram, duschen (baden ist schon lange nicht mehr drinn), etc etc… hat man einfach keine richtige lust mehr noch weg zu gehen und sich noch einmal aus dem haus zu quälen. und vielleicht, aber nur in ganz speziellen ausnahmefällen hat man ja sogar noch ein hobby oder mehrere. ebeso ist, auch wenn man jeden tag einkaufen geht, nicht immer für alles gesorgt auf das man grade lust hat, weil man sich ja selber kümmern muss, das heißt kühlschrank auf, rein gucken, zu machen, hungrig ins bett gehen, man gibt sein geld eben nicht mehr für jeden scheiß aus, sondern denkt auch mal drüber nach, da hat man in der küche eben die qual der wahl zwischen reis und nudeln, für richtiges essen ist man ja doch nicht erwachsen genug und finanztechnisch ist es ja jetzt auch nicht mehr so einfach. so ist es zum beispiel ziemlich fatal wenn man umschäge die mit der post kommen nicht öffnet, ok man weiß das ist etwas unschönes drinn aber man sollte sich doch überwinden, denn mit der zeit werden die briefe die in den umschlägen sind immer unschöner und wenn man sie dann öffnet ist es meistens schon zu spät. man hat eben niemanden mehr der einen jeden tag daran erinnert was man noch so zu tun hat. man kann sich ja auch nicht einfach mal ein bisschen geld borgen. wobei wir auch schon beim nächsten punkt wären. das wohnlich umfeld, nicht nur das man nach dem auszug in die freiheit keinen mehr hat zu dem man eben hin gehen kann wenn irgend was ist, man wohnt auch ganz anders. kitsch und krams in sperrigen vitrienen verschwindet immer mehr in großen kisten im keller und spätestens beim nächsten umzug auf den sperrmüll, dafür werden platzspaarendre regale gekauft, die viel stauraum bieten, in denen dann vorzugsweise bücher, ordner und wichtige dokumente gehortet werden, die dann genau so zustauben wie die dinge die man vor ein paar wochen noch so liebevoll entsorgt hat. der inventar wird immer minimalistischer aber die wohnung ist immer noch bis zum rand voll gestopft. ebenso gilt es auf die nachbarn zu achten, denn man selbst hat nicht wirklich lust seine kostbare zeit mit diskusionen zu verschwänden. leise und ganz heimlich schleicht sich eben doch die vernunft ein, man übernimmt verantwortung für sein handeln und vielleicht ist man im erwachsen sein auch fähig und gewillt verantwortung für andere zu übernehmen, vielleicht macht man es sogar gern und aus eigenem antrieb. möglicherweise wächst man mit der zeit einfach in seinen aufgabern hinein. und die nächste wirklich große aufgabe einer frau ist dann wohl auch schon das mutter sein. ; )
diese liste könnte man nun ins unendlich weiter führen, aber das überlass ich euch, denn wenn ich noch mehr meiner kostbaren zeit verbrauche bin ich grau bevor ich den artikel zuende geschrieben habe.